Kreismeisterschaften und Kreis Kinder- und Jugendspiele in Jonsdorf
- nach einem Jahr schneebedingter Pause erneut Meisterschaften auf den Grenzwiesen
- 100 Langläufer kämpften um die Medaillen
- unerwartet hoher Besuch bei der Siegerehrung
Endlich war es wieder einmal so weit. Lange haben wir darauf gehofft und gefiebert, dass wir wieder einmal eine richtige Kreismeisterschaft auf guten Schneebedingungen durchführen können. Und nun hatten wir das Glück des Tüchtigen. Denn bis Mitte der Woche war noch nicht absehbar, ob wir wirklich eine ordentliche Meisterschaft auf Schnee durchführen können. Zum Trainieren reichte das Wenige weiß. Aber für einen Wettkampf war es grenzwertig. Doch dann besann sich Frau Holle und schüttelte doch noch einmal etwas zaghaft ihre Betten. Aber das sollte reichen. Mit unterstützender Schaufelarbeit von Thomas und Ralf an den Problemstellen und der super Streckenpräparierung von Volker Sch., Gustav und Franz stand einem Wettkampf nun nichts mehr im Weg. Und wenn nicht jetzt, wann dann? Glücklicherweise hatten wir den Wettkampftermin instinktiv noch um eine Woche verschoben. So das wirklich alles passte. Denn im letzten Jahr hatten wir kein Glück. Da mussten wir leider absagen.
Nun gibt es Einige bei uns unter den Skiverantwortlichen im Regionalbereich, die der Meinung sind, eine Kreismeisterschaft ist doch überhaupt nicht mehr wichtig in unserer Region. Und diese Meinung vertreten manche schon seit vielen Jahren. Dieser Meinung kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Und auch unsere Kampfrichter und Sportler sehen das so, dass eine Kreismeisterschaft nach wie vor fester Bestandteil in einem Wettkampfkalender sein muss. Wer da einer anderen Meinung ist, liegt weit, ganz weit neben der Skispur. Denn damit wären ja auch Kreis Kinder- und Jugendspiele überflüssig und hinfällig. Das würde unseren Volkssport, den wir hier alle betreiben, noch mehr abwerten und zerlegen. Das sollte man mal den Fußballern, den Leichtathleten oder Schwimmern sagen. Da könnte man sich aber was anhören.
Für mich war die Kreismeisterschaft oder die Kreisspartakiade in meiner Skisportlaufbahn immer ein ganz besonderer kleiner Höhepunkt. Denn es war ein Meistertitel, wo man zum ersten Mal auf fremde Sportler trifft. Wo man zum ersten Mal einen Meistertitel gewinnen kann, außerhalb des Vereines, außerhalb seiner Trainingsregion. Ein Meistertitel mit extra dafür vergebenen Medaillen, der einem schon eine kleine Ehre zu teil werden lässt. Kreismeister sein, ist schon was. Und wenn ich dann in meinem Sportlerleben auf vielleicht 5, 10 oder gar 15 Kreismeistertitel im Volkssport verweisen kann, dann sagt das schon was über mich. Wer das ignoriert, versteht den Sinn des Vereinssportes nicht oder er hat in seiner Kindheit mächtig geschlafen.
Vor allem für unsere Nachwuchsläufer ist solch eine Meisterschaft ein Meilenstein mit besonderer Bedeutung in ihrer sportlichen Entwicklung. Es ist ein ganz bedeutender Meistertitel ganz unten in meiner Karriere, der nicht fehlen darf. Nur so kann ich mich für höhere Herausforderungen motivieren und an den nächsten Aufgaben wachsen.
Und so wurde am Sonntag bei uns in Jonsdorf, wie immer wenn Schnee liegt am selben Ort, die Kreismeisterschaft auf den unterschiedlichsten Streckenlägen ausgetragen. 38 Meistertitel wurden insgesamt vergeben. Bei den Kleinsten bis zur AK 18 werden diese Meisterschaften gleichzeitig als Kreis Kinder- und Jugendspiele geehrt und mit den besonderen Medaillen vom Kreissportbund Oberlausitz ausgezeichnet. Bei den Kinderaltersklassen spendete der PSV Zittau dem Kreismeister außerdem einen kleinen Siegerpokal. Josephine Pötschke von der TGV Neugersdorf war mit 3 Jahren die jüngste Teilnehmerin. Sie erhielt noch eine kleine Plüschfigur für ihr Durchhaltevermögen. Für die erwachsenen Altersklassen werden die kleinen Schneeflocken vergeben, die sich dann bei den Landesmeisterschaften noch wesentlich vergrößern können.
100 Läufer hatten ihre Meldung abgegeben und Keiner war traurig darüber, bei einer Kreismeisterschaft starten zu können. Damit war dann auch ganz schön was los auf den Rennstrecken der Grenzwiesen. Und bei Temperaturen von -7 Grad bis – 12 Grad waren ordentliche, ideale Wintersportbedingungen in unserer Region vorzufinden. Wenn wir unsere Region stärken wollen und nicht nur immer darüber schön reden und faseln wollen, dann brauchen wir genau solche Veranstaltungen für unsere Sportler im Volkssport. Denn sonst werden wir, wie ja schon langsam ersichtlich, eine aussterbende Sportart.
Davon war an diesem Wettkampftag allerdings nichts zu sehen. Denn fünf Wintersportvereine kämpften um die begehrten Medaillen. Und dass hier keiner seinem Kontrahenten etwas schenkte, zeigen die Ergebnisse. Da wurde verbissen um jede Zehntelsekunde auf der Strecke gekämpft und gerungen. Und selbst bei der Siegerehrung wurden die Sportler noch bejubelt. Den lautesten Chor stellten dabei die Vertreter des Bertsdorfer Skivereins, welcher 14 Meistertitel mit nach Hause nahm.
Der ausdauerndste Chor war allerdings der vom PSV Zittau, welcher 22 Mal seine Meistertitel feiern konnte und somit seine Leistung auf seinen Hausstrecken zum wiederholten Male bestätigte. Danke und herzlichen Glückwunsch an unsere Gewinner und Platzierten.
Bei der Siegerehrung bekamen wir unerwartet prominente Unterstützung. Der Landrat Dr. Stephan Meyer, zugleich Präsident des KSB Oberlausitz, stattete den Langläufern unangekündigt einen Besuch ab, nachdem er selbst ein paar Skikilometer um den Jonsberg absolviert hatte. Er ließ es sich nicht nehmen, die Sportler mit den Medaillen des Kreissportbundes auszuzeichnen und zu ehren. Dafür sagen wir noch einmal recht herzlich Danke.
Er war sichtlich beeindruckt von den vielen sportbegeisterten Menschen in unserer Skihütte, die damit so ziemlich ausgelastet war. Aber bei Temperaturen unter minus 10 Grad ist es auch nicht schön, wenn man dann noch eine Stunde bei der Siegerehrung im Freien verbringen muss.
Ich denke, es war wieder rund um eine gelungene Veranstaltung. Das bekundeten schon viele Sportler nach dem Rennen oder beim nach Hause gehen.
Ich sage auch noch einmal Danke an alle Helfer und Unterstützer von dieser Kreismeisterschaft.
Denn ohne die zahlreichen freiwilligen Helfer kommen diese Veranstaltungen alle zum Erliegen und damit auch das gesellschaftliche, sportliche Leben in unserer Region.